- Wer leistet
Entwicklungszusammenarbeit?
Entwicklungszusammenarbeit
wird von bilateralen und multilateralen Organisationen durchgeführt. Die
bilateralen Geber folgen dabei
eigenen Vorgaben und Interessen, vor allem in Bezug auf die regionale und
inhaltliche Ausrichtung ihrer Entwicklungszusammenarbeit. Viele bilaterale
Geber veröffentlichen Jahresberichte und Schwerpunktpapiere, aus denen ihre
Orientierung hervorgeht. Die Links zu den jeweiligen Organisationen sind
auf der Seite "Internetlinks" aufgeführt.
Die wichtigsten bilateralen Geberländer sind dabei im Development
Assistance Committee (DAC) der OECD vereinigt, das selbst aber kein
Geber, sondern nur ein übergeordnetes Organ ist, das Evaluierungen durchführt,
Leitlinien herausgibt und Empfehlungen ausspricht. Die vom DAC turnusmäßig
durchgeführten "Peer Reviews" seiner Mitgliedsländer
geben Aufschluss über Art und Umfang der Entwicklungszusammenarbeit eines
jeweiligen Landes .
Multilaterale Geber sind die Europäische
Union, deren Aktivitäten stark im Aufbau begriffen sind, und verschiedenste
UN-Institutionen. Hier sind vor allem die Weltbank
und die Regionalbanken wie Asian
Development Bank (ADB) oder Inter-American
Development Bank (IADB) zu nennen, aber auch UNDP
sowie die spezialisierten Institutionen wie FAO,
UNICEF, UNESCO
und andere spielen eine wichtige Rolle.
- Wie wird
sie geleistet?
Entwicklungszusammenarbeit kann mittels technischer oder finanzieller
Zuwendungen erfolgen, was bedeutet, dass entweder Experten (Technische Zusammenarbeit,
TZ) oder finanzielle Mittel (finanzielle Zusammenarbeit, FZ) für die Nehmerländer
bereitgestellt werden. Dies ist ein großer Unterschied, da die Prozesse
bei der Vergabe von finanziellen Mitteln völlig anderen Mechanismen unterliegen
als bei der Entsendung von Fachkräften. Die
umsetzenden Institutionen in Deutschland sind
die Gesellschaft für Technische
Zusammenarbeit (GTZ) für die technische und die Kreditanstalt
für Wiederaufbau (KfW) für die finanzielle Zusammenarbeit.
Beide handeln unter der Führung des BMZ,
des Ministeriums zuständig für Entwicklungszusammenarbeit.
Im Jahr 2002 war eine Diskussion über die Zweckmäßigkeit
der technischen Zusammenarbeit aufgekommen, viele Geber waren der
Meinung, dass eine direkte Unterstützung der Nehmerländer mittels frei verfügbarer
finanzieller Zuwendung einen höheren Erfolg verspräche als die Entsendung
von Fachkräften. Diese Position wurde vor allem von Großbritannien, den
Niederlanden sowie den skandinavischen Geberländern vertreten. Demgegenüber
waren die größten Geber Japan, die USA, Frankreich und Deutschland, die
den Hauptteil ihrer Leistungen über die Technische Zusammenarbeit abwickeln,
etwas zurückhaltender gegenüber der Neuorientierung ihrer EZ.
Die Diskussion ist in den letzten Jahren etwas abgeschwächt, seit sich
gezeigt hat, dass reine finanzielle Zuwendungen auf enorme administrative
Schwierigkeiten in den Partnerländern stoßen kann und somit nicht
immer effizient ist.
- Was sind
die Schwerpunkte?
Schwerpunkte der Entwicklungszusammenarbeit beziehen sich vor allem auf
die Bekämpfung der Armut sowie die Verbesserung der Lebensumstände
von Menschen in den Entwicklungsländern, wobei die Sektoren Umwelt, Gesundheit
oder Erziehung große Aufmerksamkeit erfahren. Die Erstellung von Strategien
zur Armutsbekämpfung (englisch PRSP) nimmt in diesem Zusammenhang
einen überragenden Stellenwert ein. Die
Verbesserung soll vor allem auf eine nachhaltige Weise geschehen, das heißt,
dass auf lange Sicht die Hilfe von außen überflüssig gemacht werden soll
und die Nehmerländer den Prozess selbst steuern können. Leitlinien für
verschiedene Themen der Entwicklungszusammenarbeit, wie z.B. Armut, Gesundheit
oder Informationstechnologien, werden vom DAC
oder der Weltbank nach langem Abstimmungsprozess mit den Mitgliedsländern
veröffentlicht und gelten dann als Wegweiser für die Durchführung der Entwicklungsarbeit.
Die UN hat im September 2000 spezifische Ziele zur Armutsbekämpfung
formuliert, die nach Weiterentwicklung jetzt als "Millenniumsziele"
die besondere Aufmerksamkeit in der EZ erfahren, weil sie konkrete Ziele
zum Jahr 2015 anpeilt. Weiteres siehe unter Millenniumsziele
im Internet.